Kosten

Welche Kosten entstehen bei einem Hausbesuch?

Seit der Novellierung der GOT am 22.11.2022 muss eine Hausbesuchsgebühr von 41,06 € abgerechnet werden.

Dazu kommen die Fahrtkosten von 4,17 € je Doppelkilometer. Bei einer Entfernung von 10 km bis zu Ihrem Wohnort werden beispielsweise 41,70 € berechnet, damit sind Hin- und Rückfahrt abgegolten. Dies entspricht dem einfachen Satz der aktuellen GOT.

Falls Sie weiter weg wohnen und mit höheren Anfahrtskosten zu rechnen wäre, sprechen Sie uns bitte an – in vielen Gegenden haben wir bereits einige Tierhalter, die wir regelmäßig besuchen. Oder Sie setzen sich von vornherein mit den Nachbarn in Verbindung, um sich die Anfahrtskosten zu teilen.

Natürlich können Sie jederzeit vorab anrufen und sich nach den voraussichtlichen Kosten erkundigen.

Welche Kosten entstehen im Notdienst?

Seit Februar 2020 ist die Notdienst-GOT in Kraft. Sie legt fest, dass nach 18 Uhr und am Wochenende eine Notdienstgebühr von 59,50 € inkl. MWSt. abzurechnen  sowie die Abrechnung der Leistungen im zweifachen Satz zu erfolgen hat. Ausgenommen hiervon sind regulär vereinbarte Termine/Sprechstunde (z.B. Abendsprechstunde, Sprechstunde am Samstagvormittag).

Welche Kosten entstehen im Rahmen einer Zahn-OP?

Das hängt vom Umfang des Eingriffs, von der Tierart und von der gewählten Narkoseform ab. Ist nur ein abgebrochener Fangzahn zu entfernen, sind die Kosten natürlich nicht so hoch, wie wenn das halbe Gebiss gezogen werden muss. Am besten vorab einschätzen lassen sich die Kosten nach einer Voruntersuchung, bei der wir über den geplanten Eingriff sprechen und anschließend gern einen Kostenvoranschlag erstellen.

Einige Anmerkungen zu den OP-Kosten:

Infolge der Corona-Krise sind die Preise einiger Verbrauchsmaterialien (wie banaler Einmal-Mundschutz!) z.T. um das 6fache (!) gestiegen. Diese Kosten müssen wir auf die OP-Kosten umlegen.

Leider ist es so, dass Tierarzneimittel generell wesentlich teurer sind als Humanarzneimittel. Das liegt an den hohen Kosten für die Zulassung der Medikamente (mehrere Millionen Euro), die die Hersteller im Fall von Tierarzneimitteln  auf viel weniger Konsumenten umlegen können. Einige Narkosemittel sind 15x teurer als der gleiche Wirkstoff mit Zulassung für den Menschen. Der Gesetzgeber verbietet Tierärzten jedoch, die wesentlich günstigeren Humanarzneimittel zu bestellen!

In den Kosten enthalten sind aktuell 19% Umsatzsteuer sowie die Kosten für zahlreiche Medikamente und Verbrauchsmaterialien, darunter solche, die wir speziell aus den USA beziehen, weil sie hier nicht zu bekommen sind. Einer dieser speziellen Bohrer hält nur wenige Male und muss dann ersetzt werden – Kosten, die ebenfalls auf die OP umgelegt werden müssen.

Zahnoperationen mit einer sicher geführten Inhalationsnarkose sind zeitaufwendig und teuer. Ein großer Teil der Kosten sind jedoch Mehrwertsteuer, die wir ans Finanzamt weiterreichen müssen, Medikamente und Verbrauchsmaterialien. Übrigens: Die Rechnungen im Humanbereich für die gleiche Leistung sind meistens um einen Faktor 10 teurer – ganz ohne Mehrwertsteuer.

Kosten für Kastrationen

Sehr häufig erhalten wir Anrufe mit der Frage nach den Kosten einer Kastration.

Leider wird selten gefragt: Wie wird das eigentlich gemacht? Welche Narkose und Schmerzmedikation erhält mein Tier?

Die Kastration eines Katers kostet im einfachen Satz ca. 100 € und beinhaltet die Punkte Allgemeine Untersuchung, Injektionsnarkose und Kastration Kater, plus ein paar Euro für die billigsten Narkosemedikamente. Möchten Sie so einen Eingriff Ihrem Tier zumuten? Eine tierschutzgerechte Kastration beinhaltet darüberhinaus:

  • eine Lokalanästhesie der Samenstränge, weil die Injektionsnarkose, sofern sie kein teures Opioid beinhaltet, keinesfalls ausreicht, um den Schmerz der Kastration auszuschalten! Strampelnde Kater auf dem OP-Tisch sollten der Vergangenheit angehören!
  • die Injektion eines Schmerzmittels für nach der OP, das den ersten Tag abdecken sollte
  • die Injektion eines Antibiotikums, damit sich nichts infiziert
  • eine Infusion unter die Haut, damit die Narkosemedikamente von den Nieren besser ausgeschieden werden und die empfindlichen Katzennieren keinen Schaden nehmen (jede 3. Katze stirbt an einer Niereninsuffizienz)
  • eine Aufwachspritze, damit der Kreislauf möglichst schnell wieder in Gang kommt, damit wird auch die Durchblutung der Nieren verbessert

Eine um diese Punkte erweiterte Katerkastration inklusive der dafür benötigten Medikamente schlägt mit ca. 180 € zu Buche. Der Unterschied ist zwar deutlich, aber Ihr Kater sollte Ihnen diese Mehrkosten wert sein, zumal sie nur einmal entstehen.