Kosten

Welche Kosten entstehen bei einem Hausbesuch?

Für die Anfahrt betragen die Fahrtkosten 4,17 € je Doppelkilometer. Bei einer Entfernung von 10 km bis zu Ihrem Wohnort werden beispielsweise 41,70 € berechnet, damit sind Hin- und Rückfahrt abgegolten. Dies sind die einzigen Zusatzkosten.

Falls Sie weiter weg wohnen und mit höheren Anfahrtskosten zu rechnen wäre, sprechen Sie mich bitte an – in vielen Gegenden habe ich bereits einige Tierhalter, die ich regelmäßig besuche. Oder Sie setzen sich von vornherein mit den Nachbarn in Verbindung, um sich die Anfahrtskosten zu teilen.

Natürlich können Sie jederzeit vorab anrufen und sich nach den voraussichtlichen Kosten erkundigen.

Welche Kosten entstehen im Notdienst?

Seit Februar 2020 ist die Notdienst-GOT in Kraft. Sie legt fest, dass nach 18 Uhr und am Wochenende eine Notdienstgebühr von 58 € inkl. MWSt. abzurechnen  sowie die Abrechnung der Leistungen im 2fachen Satz zu erfolgen hat. Ausgenommen hiervon sind regulär vereinbarte Termine/ Sprechstunde (z.B. Abendsprechstunde, Sprechstunde am Samstagvormittag).

Welche Kosten entstehen im Rahmen einer Zahn-OP?

Das hängt vom Umfang des Eingriffs, von der Tierart und von der gewählten Narkoseform ab. Ist nur ein abgebrochener Fangzahn zu entfernen, sind die Kosten natürlich nicht so hoch wie wenn das halbe Gebiss gezogen werden muss. Am besten vorab einschätzen lassen sich die Kosten nach einer Voruntersuchung, bei der wir über den geplanten Eingriff und die Kosten ausführlich sprechen.

Einige Anmerkungen zu den OP-Kosten:

Infolge der Corona-Krise sind die Preise einiger Verbrauchsmaterialien (wie banaler Einmal-Mundschutz!) z.T. um das 6fache (!) gestiegen. Die Kosten müssen wir auf die OP-Kosten umlegen.

Leider ist es so, dass Tierarzneimittel generell wesentlich teurer sind als Humanarzneimittel. Das liegt an den hohen Kosten für die Zulassung der Medikamente (mehrere Millionen Euro), die die Hersteller im Fall von Tierarzneimitteln  auf viel weniger Konsumenten umlegen können. Einige Narkosemittel sind 15x teurer als der gleiche Wirkstoff mit Zulassung für den Menschen. Der Gesetzgeben verbietet Tierärzten jedoch, die wesentlich günstigeren Humanarzneimittel zu bestellen!

In den Kosten enthalten sind aktuell 16% Umsatzsteuer sowie die Kosten für zahlreiche Medikamente und Verbrauchsmaterialien, darunter solche, die wir speziell aus den USA beziehen, weil sie hier nicht zu bekommen sind. Einer dieser speziellen Bohrer hält nur wenige Male und muss dann ersetzt werden – Kosten, die ebenfalls auf die OP umgelegt werden müssen.

Noch ein sehr ärgerlicher Punkt für Katzenhalter ist, dass das Antibiotikum, welches wir im Rahmen der Zahn-OPs geben und das 14 Tage vorhält (Depotantibiotikum – ein Segen für Katzen, die keine Medikamente oral nehmen), als Reserveantibiotikum für die Humanmedizin eingestuft wird. Tierärzte sind jetzt verpflichtet, einen Tupfer ans Labor zu schicken, um einen Resistenztest auf resistente Keime durchführen zu lassen. Die Zusatzkosten hierfür liegen bei 40€. In der Humanmedizin ist dies nicht verpflichtend. Die Antibiotika dieser Gruppen dürfen ohne weiteres verschrieben werden.

Dies und die Tatsache, dass Tierärzte im Gegensatz zu Ärzten eben 16% Mehrwertsteuer ans Finanzamt weiterreichen müssen, führt dazu, dass im Endeffekt für die hochqualifizierte Arbeit ziemlich wenig übrig bleibt. Das Geld bleibt zum großen Teil bei Finanzamt, Pharmaindustrie und Labor – bitte bedenken Sie das, bevor Sie über angeblich überteuerte Tierarztrechnungen schimpfen. Übrigens: Die Rechnungen im Humanbereich für die gleiche Leistung sind meistens um einen Faktor 10 teurer – ganz ohne Mehrwertsteuer.